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Andrea Schröder-Ehlers mit Undine Bendt und Dirk Moldenhauer, sowie Norbert Dettmer und Detlev Loos Foto: Andrea Schröder-Ehlers

4. November 2020: Jugendbildungs und -erholungsgesetz sorgt für Enttäuschung

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Besuch der Jugendherberge Lüneburg, der durch die Coronakrise wirtschaftliche Probleme drohen. Im Fokus des Gesprächs lag die momentane Situation der Herbergen in der Coronakrise, sowie ein Fördergesetz, welches in den Herbergen für Enttäuschung sorgte.

In der Coronakrise verzeichnet insbesondere die Reisebranche große Verluste. „Dabei trifft es die Herbergen besonders hart“, so Norbert Dettmer. Der gemeinnützigen Organisation, welche über 75% ihrer Einnahmen durch Schulklassen generiert, fällt durch das Ausbleiben der Klassenfahrten ihre Haupteinnahmequelle größtenteils weg. Dadurch mussten im Landesverband Hannover bereits 2 der 14 Herbergen schließen. Und dies trotz der staatlichen Unterstützung und der sich in Kurzarbeit befindenden Mitarbeiter. Trotzdem ist Dettmer überzeugt, dass der Verband über den Winter kommen wird und das für Lüneburgs Herberge zunächst kein Schließungsrisiko besteht. Wie es im Frühjahr aussehen wird, sei jedoch fraglich. Dabei sorgt sich der Schatzmeister Detlev Loos insbesondere im Hinblick auf die Liquiditätserhaltung.

Für Enttäuschung sorgte auch ein Gesetz zur Unterstützung von Jugendbildung und -erholung, welches den Herbergen nicht zugutekommt. Unverständlich, da ein eindeutiger Zusammenhang zwischen Klassenfahrten, Bildung und Erholung besteht. Klassenfahrten und damit auch Herbergen sind ein wichtiger pädagogischer Bestandteil der Schule, die sowohl der Bildung als auch der Erholung, dienen.

In diesem Hinblick weckt das Gespräch Hoffnung. Ich werde die Belange der Herbergen an den Kultusminister und den Wirtschaftsminister weiterleiten. Auch die Jugendherbergen brauchen Unterstützung. Ich will dem gerne nachgehen.

Und trotz aller Enttäuschungen und Schwierigkeiten, in Krisen wird sich auch in Herbergen neu ausgerichtet: In Hannover zogen Obdachlose für zwei Monate in die Jugendherberge ein und die Lüneburger beherbergte zwischenzeitlich Erntehelfer, sowie Auszubildende. Einnahmen, die für die Herbergen nicht wegzudenken sind.

Durch das Gespräch wurde die schwierige Lage der Herbergen deutlich, die ohne die staatliche Unterstützung vor dem Aus ständen. So jedoch werden sie auch in Zukunft erhalten bleiben und auch weiterhin Menschen kostengünstig Übernachtungsmöglichkeiten bieten. Eins ist aber klar, in der Form, wie sie vor Corona existiert haben, wird es sie danach erst einmal nicht geben.

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