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Kind mit Teddybär im Wald Foto: pixabay

20. April 2020: Förderung von Projekten zur Prävention von sexuellem Missbrauch

Der Schutz von Kindern und Jugendlichen vor sexueller Gewalt ist überaus wichtig. Das gilt auch und ganz besonders in Zeiten, in denen Kinderschutz wegen der Corona-Pandemie nur eingeschränkt möglich ist.

Unsere Jugendämter leisten sehr gute Arbeit und haben derzeit einen besonderen Blick auf Kindesschutz und Kindeswohlgefährdung. Der eingeschränkte persönliche Kontakt zu den Familien und Kindern birgt leider große Gefahren. Das Niedersächsische Justizministerium stellt in diesem Jahr 150.000 Euro zusätzliche Mittel bereit, um Projekte zur Prävention von sexuellem Missbrauch von Kindern und Jugendlichen zu fördern. Damit wird auch ein Zeichen gesetzt, dass der Schutz von Kindern und Jugendlichen in Zeiten geschlossener Schulen und Kindertagesstätten eine zentrale gesellschaftliche Aufgabe ist.

Aber es geht nicht nur um Prävention. Wenn ein schrecklicher Missbrauch erstmal ans Licht gekommen ist, müssen Kinder und Jugendliche während des Prozesses unterstützt und psychosozial begleitet werden. Sogenannte Prozessbegleiter helfen, die Belastungen durch einen Strafprozess zu minimieren. In Niedersachsen können alle Betroffenen von Straftaten über den bundesgesetzlichen Anspruch hinaus delikt- und altersunabhängig das Angebot der psychosozialen Prozessbegleitung in Anspruch nehmen. Das Justizministerium stellt dies als freiwillige Leistung durch die Stiftung Opferhilfe Niedersachsen und durch eine Landeszuwendung an freie Träger sicher. Es ist daher ein gutes Signal, dass immer mehr Menschen in Niedersachsen die wertvolle Hilfe der psychosozialen Prozessbegleitung in Anspruch nehmen. Dies unterstütze ich sehr.

Förderanträge von Projekten zur Prävention des sexuellen Missbrauchs an Kindern und Jugendlichen nimmt der Landespräventionsrat ab sofort entgegen, zum Beispiel von Kommunen, freien Trägern der Jugendhilfe, Beratungsstellen oder Vereinen. Gefördert werden können Personal- und Sachausgaben für lokale Koordinierungsstellen und Informationsveranstaltungen, für die Erarbeitung von Schutzkonzepten, Fortbildungen und vieles mehr. Durch die Projekte sollen insbesondere nachhaltige Präventionsmaßnahmen auf kommunaler Ebene initiiert und unterstützt werden.

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