Nitratbelastung: 62% der Fläche in schlechtem Zustand

Wiese vor blauem Himmel – Foto: sk_design, Fotolia.com
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Andrea Schröder-Ehlers, agrarpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion im Niedersächsischen Landtag, begrüßt, dass die Landesregierung endlich Handlungsbedarf beim Abbau der Nitratbelastung des Trinkwassers sieht. Die SPD-Fraktion kritisiere schon seit Jahren, dass die Grundwasserbelastung zu hoch sei. „Es ist nur der EU zu verdanken, dass sich in Niedersachsen endlich etwas bewegt“, erklärt Andrea Schröder-Ehlers.

So habe der Umweltminister inzwischen eingestehen müssen, dass Niedersachsen die Vorgaben der Gewässerrichtlinien nicht termingerecht einhalten könne und eine Verlängerung bis 2027 erbete. Nach Kenntnisstand der SPD-Fraktion seien seit den neunziger Jahren annähernd 300 Millionen Euro aus Steuergeldern investiert worden, um das Problem in den Griff zu bekommen. „Trotz anfänglicher Erfolge zeigt das Gesamtergebnis, dass es so nicht funktioniert. Das landwirtschaftliche Fachrecht konnte nicht verhindern, dass die Nitratbelastung über Jahre zugenommen hat und nun unser Trinkwasser gefährdet“, so Schröder-Ehlers.

Der Absicht, die Gülle in andere Regionen Niedersachsens umzuverteilen, stelle kein Allheilmittel dar. Die ökonomischen und ökologischen Grenzen für diesen ‚Gülle- und Wirtschaftsdünger-Tourismus‘ sind nahezu ausgereizt. „Die SPD-Fraktion wird einen Entschließungsantrag einbringen, in dem einheitliche Standards für den qualifizierten Flächennachweis gefordert werden und ein Maßnahmenpaket benannt wird, mit dem die Nitratbelastung vermindert werden kann“, kündigt Andrea Schröder-Ehlers an.

Weitere Informationen im Internet:

 
    Gesundheit     Landwirtschaft     Umwelt und Nachhaltigkeit
 

 

1 Kommentar zu Nitratbelastung: 62% der Fläche in schlechtem Zustand

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Berndt Günther

am um 15:57 Uhr

 

Mir persönlich fehlt der Hinweis der Fortschreibung des Ausnahmeantrages zur Düngeverordnung von 2009. Der Hinweis, dass ein EU-Vertragsverletzungsverfahren wegen zu hoher Belastungswerte seit 2011 geprüft wird. Die Berücksichtigung der EU-Wasserrahmenrichtlinie, der Trinkwasserverordnung und weiterer Gesetze, die sich auf den Gewässer-, Grundwasser- und Trinkwasserschutz beziehen. Das Institut für Technikfolgenabschätzung aus Baden Württemberg hat bereits 2002 detailiert das Gesamtszenario der Grund- und Trinkwassersituation umfassend dargestellt. Grundsätzlich muss ich sagen, dass "gute landwirtschaftliche Praxis", die zu dem hoch subventioniert wird, ein Verursacherprinzip mit allen Konsequenzen lt. Umweltrecht nicht ausschließt. Es handelt sich bei der Nitrat/Sulfatbelastung und weiterer Stoffe im Trinkwasser nachweislich um landwirtschaftliche Quellen. Analog zum wilden Ölwechsel in freier Natur, handelt es sich auch bei Gülle, Mist Gärresten etc. um einen Straftatbestand der zu ahnden ist. Es gibt Grundsätze, die von den Wasserverbänden nicht gesehen werden wollen und nicht konsequent verfolgt werden. Würden die Wasserqualitätwerte der WHO mit einem Grenzwert von 25 mg/l Nitrat, die in der Schweiz gelten, in Deutschland und besonders in Niedersachsen gelten, hätten wir ein Trinkwasserversorgungsproblem. Dieses Problem haben wir mit einem Grenzwert von 50 mg/l bereits und in 5 bis 20 Jahren werden wir den Umfang "guter landwirtschaftlicher Praxis" trinken und zahlen müssen. Besonders problematisch ist es in dieser Beziehung für Kleinstkinder.


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