Schröder-Ehlers: Dringender Handlungsbedarf bei Intensivtierhaltung – SPD sieht sich bestätigt

Hähnchenmast – Foto: chris74, Fotolia.com
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Die Niedersächsische SPD-Landtagsfraktion sieht sich durch die jüngste Unterrichtung im Landwirtschaftsausschuss, aber auch durch Verlautbarungen des Landwirtschafts-ministeriums selbst in ihrer Position zur Intensivtierhaltung bestätigt: „Die Intensivtierhaltungsanlagen sollen nach aktuellen Planungen wie Pilze aus dem Boden schießen“, so Andrea Schröder-Ehlers, „und können bei diesem drastischen Wachstum die Landwirte in wirtschaftliche Schieflagen bringen –

das hätte auch fatale Auswirkungen für unsere Region.“ Zugleich wurde bekannt, dass der Einsatz von Antibiotika in der konventionellen Hähnchenhaltung gestiegen sei. Erhebliche Folgen für die Gesundheit der Menschen seien zu befürchten.

Prof. Dr. Hans-Wilhelm Windhorst, Leiter der Abteilung Vergleichende Strukturforschung an der Universität Vechta, hatte in einer von der SPD beantragten Anhörung davor gewarnt, dass dem Hähnchenmarkt in Niedersachsen bei zu starkem Ausbau der Schlachtkapazitäten, vor allem durch den geplanten Bau eines Schlachthofes in Wietze bei Celle, der Zusammenbruch drohe. Das Volumen von Hähnchenfleisch sei zwischen 2003 und 2009 in Deutschland um rund 256.000 t oder 51,9 Prozent gestiegen. Der Selbstversorgungsgrad habe im letzten Jahr mit 105,3 Prozent deutlich über dem Inlandsbedarf gelegen und eine zunehmende Marktsättigung ergeben.

„Nach den Ausführungen von Prof. Dr. Windhorst ist bis 2014 von einem Zusatzbedarf an Hähnchenfleisch um etwa 164.000 t auszugehen – dem gegenüber steht eine geplante Erweiterung der Schlachtkapazität von 160.000 t bis Ende 2011 und in den folgenden zwei bis drei Jahren von weiteren 200.000 t“, erläutert Andrea Schröder-Ehlers. „Wachstum ist ein Risiko, wenn es nicht am wahrscheinlichen Bedarf ausgerichtet ist“, mahnt die Landtagsabgeordnete.

Interessant sei es auch, dass Staatssekretär Friedrich-Otto Ripke (CDU) in der gleichen Anhörung „Qualzuchtbedingungen" bei Massentierhaltung eingeräumt habe. „Die Landesregierung sowie die Regierungsfraktionen von CDU und FDP haben dies seit Monaten bestritten“, so Schröder-Ehlers. „Der massive Druck auf die Landwirtschaftsministerin, die ihre berufliche Laufbahn bisher in der Intensivmast von Puten verbracht hat, zeigt offenbar endlich Wirkung“, so das Urteil der SPD-Expertin. Das Ministerium bestätigte jetzt weiterhin einen gestiegenen Einsatz von Antibiotika. Wenn ein Tier krank sei, bekämen alle, oftmals mehrere zehntausend Tiere Antibiotika-Behandlungen. „Mit unabsehbaren gesundheitlichen Folgen – bei den Menschen bilden sich Resistenzen gegen dieses Medikament“, erklärt die SPD-Politikerin.

Die SPD fordert von der Landesregierung aber mehr als nur „Lippenbekenntnisse“ in einer Ausschusssitzung. „Es besteht dringender Handlungsbedarf, die Tierzucht- und Tierhaltungsbedingungen zu überprüfen, die Halter zu qualifizieren und transparente Kontrollen durchzuführen“, stellt Schröder-Ehlers fest. „Die SPD erwartet nun endlich, dass die Landesregierung ernsthaft und glaubwürdig an diesem Thema arbeiten wird.“

Informationen im Internet:

 
    Landwirtschaft     Verbraucherschutz
 

 

1 Kommentar zu Schröder-Ehlers: Dringender Handlungsbedarf bei Intensivtierhaltung – SPD sieht sich bestätigt

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antje rabe

am um 09:51 Uhr

 

Mir ist das Thema leider immer zu sehr auf marktwirtschaftliche Zusammenhänge und tierquälerische Aspekte eingeschränkt! Die Natur sollte mehr beachtet werden, denn was wir durch diese Form der "Fleischgewinnung" erzielen, ist Teil unserer ökologischen Katastrophen die sich anbahnen. Wenn ich dann noch an die Immisionen denke die viele jetzt schon aushalten müssen und die wesentlich mehr beeinträchtigen als mancher sich das vorstellen kann, dann frage ich mich wie ein fortschrittliches Land wie dieses durch derartige Vorgehensweisen glauben kann das wir die Guten sind. Der Bürger soll spenden wenn andere in der Welt hungern und hier wird überproduziert auf "Teufel komm" raus.
Um Arbeitsplätze zu schaffen?- Was ist schlimmer ohne Arbeit glücklich zu sein oder durch Arbeit den Hunger in der Welt zu fördern und dort Arbeitsmärkte zu zerstören? - Und hier die letzten hübschen Plätze zu zerstören. Warum werden eigentlich so wenige ökologisch sinnvolle Landwirtschaftliche Projekte gefördert?-Weil es eine Arbeit ist die keiner machen will?- Wenn ich die ganzen Pferde-freunde betrachte, dann glaube ich das sich eben soviele Menschen werden finden lassen, die an ökologisch sauberer Landwirtschaft Freude hätten. Man muß es nur wollen und etablieren. Auch wenn Lebensmittel dadurch teurer werden, das schafft auch eine höhere Wertschätzung! Und das wiederum aus den sich daraus ergebenden Zusammenhängen heraus eine bessere Volksgesundheit . Und das erschließen neuer Märkte auch im Tourismus.
Je südlicher man in diesem Land reist desto ansehnlicher wird manches, der "kühle Norden" muß aufpassen das er sich nicht vollständig" verkühlt ", schlimmstenfalls kann das nämlich zur Grippe führen. (Ohne Spaß kann man dies Thema nicht ertragen oder?)


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