Andrea Schröder-Ehlers beim Anti-AKW-Protest in Berlin – 100.000 sagen „Schluss jetzt!“

Artikel Anti-AKW-Protest 2010
 

Kraftvoller Widerstand gegen den schwarz-gelben Atom-Deal mit den Energiekonzernen und Auftakt zu einem „heißen Herbst“ für Angela Merkel: Rund 100.000 Menschen protestierten lautstark und phantasievoll im Berliner Regierungsviertel gegen Laufzeitverlängerungen alter Atommeiler. Darunter auch Lüneburgs Landtagsabgeordnete Andrea Schröder-Ehlers, die mit einem Sonderzug in die Bundeshauptstadt gereist war. Ein breites gesellschaftliches Bündnis mit klarer Botschaft: „Atomkraft: Schluss jetzt!“

Die Demonstration richtete sich gegen den Plan von Union und FDP, die Laufzeiten der Atomkraftwerke um durchschnittlich zwölf Jahre zu verlängern. Der schwarz-gelbe Hinterzimmer-Deal mit der Atom-Lobby trieb rund 100.000 Menschen auf die Straße Und auch ein paar Regenschauer konnte die Anti-Atom-Sonne nicht verdrängen. Alle waren sich einig, dass die Koalition am Willen der Bevölkerung vorbeiregiert und machten ihrem Ärger Luft.

Mit dabei unter anderem auch Sigmar Gabriel und Andrea Nahles. Der SPD-Vorsitzende kritisierte am Rande des Protestzugs, Angela Merkel sei eine Kanzlerin der Konzerne geworden. Dies gelte von der Pharmabranche über die Großbanken bis hin zur Atomlobby. Sie werde jedoch merken, dass sich die Bürger nicht verschaukeln ließen. „Wer nachts vier Konzernbossen 100 Milliarden schenkt und dann auch noch Geheimabsprachen über die Sicherheitsrabatte für alte Atommeiler trifft, der muss sich nicht wundern, wenn er die Menschen auf die Straße treibt“, betonte Gabriel. Die Proteste in Berlin seien erst der Anfang. Denn Schwarz-Gelb provoziere einen gesellschaftlichen Großkonflikt, den der Atomausstieg beendet habe.

Angeführt wurde die Demonstration von fünf Traktoren aus dem Wendland. Wummernde Bässe schallten aus den Boxen. Während die ersten Demonstranten bereits das Bundeskanzleramt zur Sitzblockade erreichten, warteten die letzten noch am Hauptbahnhof. Die Polizei öffnete am Nachmittag alle Nebenstraßen der Strecke, damit sich noch mehr Menschen dem Protest anschließen konnten.

Landtagsabgeordnete Andrea Schröder-Ehlers (SPD) lief im Demonstrationszug gemeinsam mit vielen Parteikolleginnen und -kollegen aus dem Deutschen Bundestag und den Landtagen, unter anderem mit Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse, dem umweltpolitischen Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Dr. Matthias Miersch, neben Kirsten Lühmann, Bundestagsabgeordnete aus Celle, oder auch Ulrich Kelber, stellvertretender Vorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion und wie Schröder-Ehlers zuständig für die Themen Landwirtschaft, Ernährung und Verbraucherschutz. „Das ist ein kraftvoller, fiedlicher Protest gegen die Atompolitik der Bundesregierung“, so die Lüneburger Abgeordnete, „ich wünsche mir, dass in den nächsten Wochen  immer mehr Menschen auf die Straße gehen und ihren Unmut über Schwarz-Gelb in friedlicher Form deutlich machen.“

Foto: Anti-Atom-Großdemo am 18. September 2010 in Berlin
Der Vizepräsident des Deutschen Bundestages, Wolfgang Thierse (SPD), demonstriert an der Seite der Lüneburger Landtagsabgeordneten Andrea Schröder-Ehlers (SPD).

SPD will gegen Laufzeitverlängerung klagen

Zeitgleich bekräftigten die Vorsitzenden von SPD und Grünen, Sigmar Gabriel und Claudia Roth, ihre Absicht, gegen die Laufzeitverlängerungen vor das Bundesverfassungsgericht zu ziehen. „Wir werden natürlich klagen. Die Umgehung des Bundestages und des Bundesrates ist mit Sicherheit verfassungswidrig“, betonte Gabriel. „Frau Merkel, wir gehen bis zum Bundesverfassungsgericht“, bekräftigte auch Andrea Nahles unter dem Jubel der Demonstranten.

Die Veranstalter des Protest-Tages zeigten sich zufrieden. „Der heutige unerwartet breite Protest zehntausender Menschen zeigt: Die Bevölkerung duldet ufzeitverlängerung klagen

keine Klientelpolitik für Atomkonzerne auf Kosten ihrer Sicherheit.“ Nach dieser Demonstration werde der schwarz-gelben Regierungskoalition klar geworden sein, „dass sie sich mit ihrem Atomdeal gehörig die Finger verbrannt hat“. Das letzte Wort sei noch nicht gesprochen.

 
    Energie     Umwelt und Nachhaltigkeit
 

 


Kommentar schreiben

Netiquette
 

Selbstverständlich beachten wir die Vorschriften des Datenschutzes.
Hier geht es zur Datenschutzerklärung.

Senden
 

Netiquette

Schließen
 

Unsere Internetseite soll eine Plattform für ernsthafte Diskussionen sein, bei dem Toleranz, Offenheit und Fairness zu den Grundprinzipien gehören. Wir begrüßen sachliche und konstruktive Inhalte, die zu einer angeregten Diskussion beitragen und der Meinung anderer Kommentatoren tolerant und unvoreingenommen begegnen. Wird gegen diese Grundprinzipien verstoßen, kann dies zur Löschung von Kommentaren führen.

Um bei uns zu kommentieren muss die eigene E-Mail-Adresse angegeben werden. Selbstverständlich wird diese E-Mail-Adresse nicht veröffentlicht und auch nicht an Dritte weitergegeben. Die Angabe einer falschen E-Mail-Adresse ist ein Verstoß gegen unsere Nutzungsbedingungen. Wir machen daher Stichproben, die dann zur Löschung von Kommentaren führen können. Mit Absenden des Formulars werden unsere Nutzungsbedingungen anerkannt.