Schröder-Ehlers: „Politisches Handeln muss sich am Grundwert Nachhaltigkeit messen lassen.“

Hedi Wegener, Andrea Schröder-Ehlers und Dr. Matthias Miersch.
 

„Nachhaltigkeit“ soll als vierter Grundwert in das neue Grundsatzprogramm der SPD aufgenommen werden – diese Forderung unterstützt auch die SPD-Landtagskandidatin Andrea Schröder-Ehlers. „Politisches Handeln muss sich künftig an dem Grundwert „Nachhaltigkeit“ messen lassen“, sagt Andrea Schröder-Ehlers. Sie hat gemeinsam mit Kommunalpolitikern an einem Workshop „Immer schön nachhaltig!“ teilgenommen, zu dem der Bundestagsabgeordnete Dr. Matthias Miersch nach Lüneburg gekommen war.

Matthias Miersch, Obmann im Parlamentarischen Beirat für nachhaltige Entwicklung, nahm seine Zuhörer zunächst mit auf einen kurzen Streifzug durch die Geschichte der Nachhaltigkeitsdebatte: Der Gedanke der Nachhaltigkeit stammt aus der Forstwirtschaft, der Begriff selbst wird auf eine Publikation von Hans Carl von Carlowitz aus dem Jahr 1713 zurückgeführt. Nachhaltigkeit bezeichnete die Bewirtschaftungsweise eines Waldes, bei der immer nur so viel Holz entnommen wird, wie nachwachsen kann, damit sich der Wald immer wieder regeneriert. Von der UN-Kommission für Umwelt und Entwicklung wird Nachhaltigkeit inzwischen als Entwicklung definiert, „die den Bedürfnissen der heutigen Generation entspricht, ohne die Fähigkeit der zukünftigen Generation zu gefährden, ihre eigenen Bedürfnisse befriedigen zu können“.

Dass zu den Ebenen der Nachhaltigkeit keinesfalls mehr nur Umweltschutzthemen gehören, zeigte Matthias Miersch in eindrucksvoller Weise auf. Eine Nachhaltigkeits-
strategie müsse interdisziplinär, verbindlich und transparent erfolgen. Handlungs-
möglichkeiten für nachhaltige Politik böten sich unter anderem auf den Gebieten „Demografischer Wandel“, „Klimaschutz“ oder auch „Öffentliche Daseinsvorsorge“. Miersch verwies auf Studien, nach der die Bevölkerungszahl im Landkreis Lüneburg sehr stark zunehmen, in den südöstlichen Gebieten dagegen stark abnehmen wird. Von diesen Veränderungen seien viele Themenbereiche der Infrastruktur berührt, wie zum Beispiel „Planung von Wohngebieten und Gewerbeflächen“, „Verkehrsströme“ oder „Wasserwirtschaft“. An diesen Themen zeige sich, dass Nachhaltigkeit eine Querschnittsaufgabe sei, die alle Politikfelder berühre.

Mit seinem Beirat arbeite Matthias Miersch daran, Nachhaltigkeit als Querschnittsthema im Deutschen Bundestag zu verankern und die Fortschreibung der deutschen Nachhaltigkeitsstrategie, die 2002 mit dem Titel „Perspektiven für Deutschland“ unter Bundeskanzler Gerhard Schröder aufgelegt wurde, kritisch zu begleiten. Der SPD-Parlamentarier setzt sich für die Schaffung von systematischen Nachhaltigkeitsprü-
fungen von Gesetzen und der Finanzpolitik sowie für eine engere Zusammenarbeit hierbei zwischen europäischer Ebene, Bund, Ländern und Kommunen ein. „Die Gremien müssen gezwungen werden, zum Thema Nachhaltigkeit Stellung zu beziehen“, so Miersch, „Nachhaltigkeit muss an verschiedenen Indikatoren
überprüfbar gemacht werden!“

Die Landtagskandidatin Andrea Schröder-Ehlers hob hervor, dass seitens der Stadt Lüneburg bereits Schritte für mehr Nachhaltigkeit im Segment „Klimaschutz“ erfolgt seien: Energetische Sanierungsmaßnahmen an öffentlichen Gebäuden, Implemen-
tierung von Solarenergie oder auch die Umrüstung des städtischen Fuhrparks zur Reduzierung des CO2-Ausstoßes. Sowohl die Bundestagabgeordnete Hedi Wegener als auch Schröder-Ehlers lobten die engagierte Arbeit von Reinhart Günzel im Lüneburger Nachhaltigkeitsrat. Mit den Umweltmessen und der Broschüre „Zukunftsfähiges Lüneburg“ seien in der Stadt ein Bewusstsein und ein Grundgerüst für eine Nachhaltigkeitsstrategie entstanden. Gegenseitige Impulse in der Zusammenarbeit mit der Leuphana Universität Lüneburg, die sich seit 1997 der Herausforderung „Nachhaltigkeit“ in Forschung, Lehre und Alltagspraxis stelle, brächten diese Arbeit voran – Lüneburg sei auf einem guten Weg.

Hedi Wegener, Andrea Schröder-Ehlers und Dr. Matthias Miersch.
Die SPD-Bundestagsabgeordneten Hedi Wegener und Dr. Matthias Miersch mit der SPD-Landtagskandidatin Andrea Schröder-Ehlers (m).
 

 


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